Spam

Telefon-Spam

Derweil das lächerliche Hick-Hack um Google StreetView weiter geht, hat der Bund Telefon-Spam durch die Bundesverwaltung legitimiert und wer sich dagegen wehrt durch Auflegen des Telefonhörers wird ab sofort gebüsst. Das nenne ich einen wirklichen Eingriff in die Privatsphäre!

Wie tief kann Spam sinken?

Heute reingekommen:

Von Herrn Mark Howard
Tel: +447035911298

Neuer Papier-Spam

Den Papier-Spam in Form des Amtsanzeigers bin ich ja nun losgeworden - schon nervt der nächste Papier-Spam, das «energy forum» von Onyx. Unadressiert und - kaum zu glauben - deshalb vorgesehen für jeden Briefkasten auch wenn dort der «Bitte keine Werbung»-Kleber hängt. Weil: Das ist ein Informationsmedium und keine Werbung. So einfach ist das. Wir definieren Werbung um zum Informationsmedium und schon ist Papier-Spam wieder erlaubt.

Antwort von Onyx: «Unser Kundenmagazin energy forum gilt nicht als Werbung sondern als Informationsmedium und wird deshalb auch in Haushalte mit einem  'Bitte keine Werbung' Kleber gestreut. Zudem wird das Magazin unadressiert zugestellt und wird von der jeweiligen Poststelle an jeden Haushalt verteilt. Aus diesem Grund ist es zur Zeit leider nicht möglich gewisse Kunden von diesem Versand auszuschliessen. Dies wäre nur bei einem adressierten Versand möglich. Somit werden Sie in Zukunft unsere Zeitschrift trotzdem erhalten.»

Abhilfe? Einen eigenen Kleber «Bitte keine Informationsmedien» an den Briefkasten machen. Vielleicht respektiert es die Post ja.

Verzicht auf Amtsanzeiger

Der erste Donnerstagabend ohne amtlich verordnetem Papier-Spam (Amtsanzeiger) im Briefkasten. Wie's funktioniert? Einfach eine Verzichtserklärung ausfüllen und an die Gemeinde und den Herausgeber des Amtsanzeigers schicken. Das muss nicht in allen Fällen zum Erfolg führen, bei mir hat's aber geklappt. Es ist also ein Versuch wert. Hier die Vorlage zum Anpassen für den eigenen Amtsanzeiger.
Mein Problem ist jetzt, dass ich keine amtlichen Informationen mehr erhalte, denn die von mir bevorzugte Zustellung via Email-Newsletter bietet Aarwangen nicht an. Gibt es eine Gemeinde, die das macht? Bitte melden!. Und die diplomatisch ausgedrückt eher spezielle Website der Gemeinde hilft mir leider auch nicht weiter.

Papier-Spam

Gegen Email-Spam gibt es gute Filter - aber gegen den Amtsanzeiger ist kein Kraut gewachsen. Anti-Werber-Kleber am Briefkasten hin-oder her: Der Amtsanzeiger ist kein Gratisblatt und landet deshalb bei mir jeden Donnerstagabend im Briefkasten. Und von dort direkt auf dem Altpapierstapel.

Dabei hätte man als Bürger die Pflicht, die Informationen des Amtsanzeigers zu lesen, hat mir das Amt für Gemeinden und Raumordnung gesagt. Für die Gemeinden ist das praktisch. Auf diese Weise können sie sich absichern, dass sie ihren Teil dazu beigetragen haben, dass alle Einwohner informiert sind. Allerdings hinterfrägt ein Gutachten für das Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern von 2008 diese Praxis:

 

(Gutachten betreffend Amtsanzeiger)

Das bedeutet also: Es ist verfassungsrechtlich heikel, einen Informationszwang auszusprechen in dem eine Gemeinde jedem Bürger den Amtsanzeiger penetrant aufs Auge drückt. Der einzelne Bürger sollte mindestens die Möglichkeit haben, schriftlich zu erklären, dass er auch ohne die Zustellung des Amtsanzeigers informiert ist. Das möchte er ja vielleicht über andere Kanäle tun. Aber genau dort happert es dann massiv in den Gemeinden. Nur wenige bringen die scheinbar so wichtigen Informationen in zeitgemässerer und effizienterer Form an die Bürger. Beispielsweise als elektronischen Newsletter, die nur die für mich wirklich wichtigen Infos enthält. Jenen Personen, die kein Internet haben oder aus irgendeinem anderen Grund den Amtsanzeiger auf Papier möchten, könnte die Gemeinde die Informationen immer noch auf ein A4-Papier ausgedruckt zustellen.

Aber der gedruckte Amtsanzeiger scheint derzeit nicht zur Diskussion zu stehen. Im Kanton Bern wird es wohl sogar noch schlimmer kommen. Weil ab 1.1.2010 die Ämter abgeschafft und durch fünf Verwaltungsregionen und zehn Verwaltungskreise ersetzt werden, werden statt 27 nur noch zehn Anzeiger für die Gemeinden zuständig sein. Das Resultat: Jeder Amtsanzeiger wird auf rund 50 Seiten anwachsen und noch weniger die für mich relevanten Informationen enthalten.

Ich bin nicht der einzige, der die Sache mit den Amtsanzeigern etwas absurd findet. Da «blökt» einer ganz ähnlich - JacoBlök. Ich habe die dort verlinkte Verzichtserklärung für den Anzeiger Region Bern angepasst für alle Amtsanzeiger. Nur noch den Namen des eigenen Anzeigers einfüllen im Dokument unten im Anhang - und absenden. Am besten an Herausgeber und Gemeinde.